Am Samstag, den 4. Juli 2026, war es wieder so weit: Die Rudersparte des TSV Herrsching e.V. lud zur Herrschinger Triangel – und das gleich zum zehnten Mal. Ein rundes Jubiläum, das man dem Ammersee an diesem Tag auch ansah: 33 Mannschaften mit insgesamt 165 Ruderinnen und Ruderern aus 14 Vereinen gingen an den Start, 28 Mastersboote und 5 Jugendboote. Für uns als ausrichtenden Verein ist das jedes Mal aufs Neue ein besonderer Moment – so viele Menschen, die für einen Tag nach Herrsching kommen, um gemeinsam zu rudern.
Frühmorgendlicher Auftakt in Wartaweil
Schon ab 6:15 Uhr trudelten die ersten Vereine mit ihren Booten und Bootstrailern am Gelände unserer Wassersportabteilung in Wartaweil ein – noch etwas verschlafen, aber sichtlich in Vorfreude. Bei Brezn und Kaffee wurde herzlich begrüßt, dann ging es ans Abladen und Riggern. Es ist schön zu sehen, wie viele der Teilnehmenden sich seit Jahren kennen – von gemeinsamen Wanderfahrten oder anderen Regatten – und wie selbstverständlich alte Bekanntschaften wieder aufleben. Unter den Gästen waren diesmal auch Ausrichter eigener Regatten: der Ruderclub Lech Kaufering (RCLK) mit der Welfenregatta auf dem Lech, der Ruderverein aus Prien mit dem Prienathon auf dem Chiemsee, der MRSV mit dem Roseninselachter auf dem Starnberger See sowie Mühldorf mit dem Inn-Beaver-Race. Ein schöner Beweis dafür, wie eng die bayerischen Rudervereine miteinander verbunden sind und wie viel Freude an diesem Netzwerk hängt.
Bevor es aufs Wasser ging, gab Regattaleiter Benedikt Haack bei der Obleutebesprechung noch die wichtigsten Hinweise zu Sicherheit, Wetter und Ablauf mit auf den Weg.
Ein Dreieck über 6.000 Meter
Die Strecke ist und bleibt das Herzstück der Herrschinger Triangel: klassisch als Dreieck durch die Herrschinger Bucht, 6.000 Meter mit zwei Wendebojen, Start und Ziel am Rosenpavillon im Kurpark Herrsching. Damit zählt sie zu den Langstreckenregatten im Ruderkalender (siehe Fahrtordnung) – kein Sprint, sondern eine Strecke, die Ausdauer und Köpfchen verlangt. Gestartet wurde in zwei Rennen mit fliegendem Start und rund 30 Sekunden Abstand zwischen den Booten, begleitet von vier Motorbooten, die die Bojen gelegt hatten, für Sicherheit sorgten und andere Verkehrsteilnehmer auf dem See auf die Regatta hinwiesen.
Rennen 1: Traumwetter und jubelnde Zuschauer
Zum Start von Rennen 1 hätte man sich das Wetter kaum schöner wünschen können: Sonne, wenig Wind, kaum Welle. Der erste Bürgermeister Christian Schiller richtete ein paar motivierende Grußworte an die Teilnehmenden, bevor pünktlich um 9:35 Uhr – nachdem der Ammersee-Dampfer die Bucht verlassen hatte – endlich das Startsignal fiel. Boot für Boot wurde mit Startnummer, Steuerfrau oder -mann und Mannschaft namentlich aufgerufen und machte sich unter dem Jubel der zahlreich erschienenen Zuschauer auf den Weg. „Schub!“ und „Schick dich!“ hallten über das Wasser, während sich ein Boot nach dem anderen Richtung Dießen zur ersten Wendeboje aufmachte – ein wirklich herrliches Bild, auf das man als Ausrichter richtig stolz sein darf. Nach 15 bis 20 Minuten Stille kehrten die ersten Boote dann unter lauten Kommandos der Steuerleute zur Ziellinie zurück.
Rennen 2: Wetterumschwung fordert alles
Am Strand beim Kurpark wechselten die meisten Mannschaften die Boote für Rennen 2 – reges Treiben an Land und im Wasser, überall wurde geschoben, gehoben und umgestiegen. Weil der Dampfer um 10:40 Uhr Verspätung hatte, mussten die Boote noch ein paar Minuten geduldig warten, bevor sie sich mit „10 Dicken“ auf den Weg machen durften. Und dann, mitten im Rennen, drehte das milde Sommerwetter ganz plötzlich: Von einem Moment auf den anderen kam starker Wind auf, die Wellen wurden merklich höher. Seiten- und Gegenwind forderten den Mannschaften auf einmal deutlich mehr Kraft und Konzentration ab, das Rudern wurde spürbar anspruchsvoller. Besonders hart traf es das zuletzt gestartete Jugendboot des TSV Herrsching – aber die jungen Ruderinnen und Ruderer ließen sich nicht unterkriegen, kämpften sich tapfer durch und erreichten unter dem Jubel aller Zuschauer die Ziellinie. Genau solche Momente bleiben hängen.
Geselliger Ausklang in Wartaweil
Nach dem Abbau am Kurpark ging es zurück zum Gelände der Wassersportabteilung, um die Boote zu verstauen und sich frisch zu machen – bevor der Teil des Tages begann, für den die Herrschinger zu Recht bekannt sind: das gemeinsame Essen. Der Grill duftete, die selbstgemachten Salate lockten, und man saß einfach gemütlich beisammen. Hier wurde über die Rennen gefachsimpelt, aber vor allem wurden alte Freundschaften und die Verbindungen zwischen den Vereinen gepflegt – für uns mindestens genauso wichtig wie der sportliche Teil des Tages.
Alle erhalten Applaus
Nach dem Kuchen folgte die Siegerehrung: Jede Mannschaft wurde verlesen, jede erhielt eine Urkunde und Applaus. Verlierer gab es an diesem Tag keine – für viele, die erst seit Kurzem rudern, war die Regatta vor allem eine wichtige und wertvolle Erfahrung. Am Ende zählt das Dabeisein, und ein bisschen Ehrgeiz darf natürlich trotzdem sein.
Ergebnisse
Bei den Masters sorgte das Rennen für eine kleine Überraschung: Nach Jahren der Dominanz des Ruderverein Wiking Bregenz gewann diesmal eine Mannschaft des Ruderclub Lech Kaufering, gefolgt von Bregenz auf Platz 2 und Lindau auf Platz 3. Bei der Jugend setzte sich Lindau durch, vor zwei Mannschaften vom Ammersee.
Masters:
- Ruderclub Lech Kaufering
- Ruderverein Wiking Bregenz
- Ruderclub Lindau
Jugend:
- Ruderclub Lindau
- Ammerseeruderer
- Landheim Schondorf
Großer Dank an alle Helferinnen und Helfer
Regattaleiter Benedikt Haack bedankte sich bei allen Teilnehmenden und ganz besonders bei den zahlreichen Helferinnen und Helfern des TSV Herrsching. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung trägt sich nicht von allein: Auf- und Abbau, Küche, Grill, Kasse, Salate-Zubereiten und Kuchenbacken, Organisation, Regattabüro, Start-Zieltisch, Parkplatz und Trailerkoordination – große Teile des Vereins waren im Einsatz, viele davon schon seit den frühen Morgenstunden. Und ganz nebenbei ging der TSV Herrsching mit 5 Mastersbooten und 1 Jugendboot auch sportlich hoch aktiv an den Start.
Die 10. Herrschinger Triangel hat einmal mehr gezeigt, wofür diese Regatta steht: sportlicher Ehrgeiz, gelebte Vereinsgemeinschaft und ein herzliches Miteinander zwischen 14 Vereinen aus der ganzen Region. Ein rundum gelungenes Jubiläum am Ammersee – und wir freuen uns schon auf die elfte Auflage.
Bericht und Fotos: Benedikt Haack
Vereine, die teilgenommen haben
1 1. Ruderclub Füssen Forggensee e.V.
2 Ammersee-Ruderer e.V.
3 Donau-Ruder-Club Ingolstadt e.V.
4 Landheim Ammersee
5 Münchener Ruder- und Segelverein “Bayern” von 1910 e.V.
6 Post-SV Mühldorf
7 Ruderclub am Lech Kaufering e.V. (RCLK)
8 Ruderclub Lindau e.V.
9 Rudergesellschaft München 1972 e.V.
10 Rudergesellschaft Speyer 1883 e.V.
11 Ruderverein Prien am Chiemsee e.V.
12 RV Wiking Bregenz
13 TSV Herrsching e.V.
14 Tutzinger Ruderverein 1983 e.V.
